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Die Ursprünge des Kölner Karnevals mögen bis in die Antike zurückreichen. Schon
zur Römerzeit wurde am Jahresende der Gott Saturn gefeiert. Während der
"Saturnalien" bewirteten die Freien die Sklaven. Zu Ehren der Göttin
Isis wurde ein Schiffswagen durch die Straßen gezogen; von diesem "Carrus
navalis" leitet sich möglicherweise das Wort Karneval ab. Später wurde
aus dem heidnischen Kult ein christliches Fest. Wichtiger als der Rosenmontag
war der vorausgehende Sonntag "Laetare", an dem das bereits nach dem
Ende der Weihnachtszeit begonnene strenge Fasten und Büßen einen Tag
unterbrochen wurde und man fröhlich feiern durfte. Aus dem Fest der
Winteraustreibung wurde der "Vastavent" (von dem das kölsche Wort
"Fastelovend" ableitet), der Tag vor dem Beginn der vorösterlichen
Askese. Auch damals galt also schon: Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Das
ausgelassene "Mommen und Trommen" machte auch vor den Klöstern und
Stiften nicht halt. Mönche und Nonnen feierten sogar bereits eine Woche vorher,
nämlich an Weiberfastnacht; zur "Pfaffenfastnacht" wählte man sogar
einen Narrenbischof. Im bürgerlichen Zeitalter, das in Köln 1794 mit dem
Einmarsch der Franzosen begann, wurde der Karneval zunächst einmal abgeschafft,
galt er doch als Relikt des "Ancièn Regime". Als das Karnevalsverbot
zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder aufgehoben wurde, geriet das tolle Treiben
außer Rand und Band. Es fehlte ein Regulativ, denn die traditionellen Träger
des Festes - Patrizier, Zünfte und Kirche - waren verschwunden bzw. hatten
ihren Einfluß verloren. Dies führte zur Wiedergeburt des Kölschen Fasteleer
aus dem Geiste der Romantik: als "volkstümliches" Fest, das von einem
Komitee minutiös geplant wurde. Das älteste schriftliche Dokument, das
das Kölner Karnevalsmuseum aus dieser Zeit besitzt, ist das "Protokollbuch
des Festordnenden Comitees" von 1827. Auf den Versammlungen der (ausschließlich
männlichen) Komiteemitglieder wurden auch schon bald die ersten Orden verliehen
- als Parodie auf die Ordensflut der deutschen Kleinstaaterei und des Militärs,
aber dennoch als Belohnung ernstgemeint. Die erste Kölner Ordensmedaille stammt
aus dem Jahre 1838. Die Goldmedaille trägt die Aufschrift: Tatsache ist, daß erst seit 1823 "ordentlich" gefeiert wird. Damals gründeten einige Honoratioren der Stadt, Mitglieder der "Olympischen Gesellschaft" - u.a. Ferdinand Franz Wallraf und Heinrich von Wittgenstein - das "Festordnende Komitee". Das chaotische Treiben der Narren sollte fortan in geordneten Bahnen ablaufen. Zum Höhepunkt der Session wurde der Maskenzug am Rosenmontag. Garant der Ordnung war der "Held Karneval" - Vorgänger des Prinzen, der gekürt wurde, nachdem auch der Kölsche Fastelovend in der wilhelminischen Zeit kaisertreu geworden war. Das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau (statt Prinz und Prinzessin, wie z. B. in Düsseldorf) ist eine kölsche Erfindung. Das "Trifolium", das während der gesamten Session stets gemeinsam auftritt, gibt es erst seit 1883. Als Symbolfiguren vergangener reichsstädtischer Freiheit wurden Bauer und Jungfrau bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Rosenmontagszug eingruppiert.
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